Unvergessen

Fotos: Marc Bluhm

DIE SUCHE NACH DEM GEGLÜCKTEN UNVERGESSEN

Teil 1 UNVERGESSEN

Die Projektreihe DIE SUCHE NACH DEM GEGLÜCKTEN UNVERGESSEN aktiviert Zeitzeug*innen, integriert Geflüchtete, Berichtende und Wissen-Wollende und formuliert mit den Mitteln der individuellen Recherche und des künstlerischen Ausdrucks ein „Unvergessen“ das mit Blick auf Gegenwart und Zukunft neue zwischenmenschliche, gesellschaftliche, politische Perspektiven eröffnet.

Der erste Teil UNVERGESSEN widmet sich dem Umgang mit Erinnerung. Drei Schauspieler*innen setzen sich auf der Bühne mit ihren eigenen – ganz persönlichen – Erinnerungen auseinander: an die Uroma im Widerstand, den Opa in Kriegsgefangenschaft, dem Nazi-Täter. Auf der Suche nach der wirklichen Geschichte unter dem familiären Schweigen, geht es um das Erinnern, darum, was an Erinnerung wach gehalten und was verschwiegen wird, was die Verwandten waren und taten. Und was macht das mit uns, den Enkel- und Urenkel*innen, heute? Erinnerungen müssen stets und immer lebendig gehalten werden, es geht um das Erzählen und Weitergeben, um ein Vergessen zu verhindern und darum, das Heute entsprechend zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Wir haben die Wahl!

Die aktuell ersichtlichen Bedrohungen der freiheitlichen Gesellschaft werden allerorten analysiert und diskutiert. Mit dieser dreiteiligen Produktion entsteht ein bedeutsamer Beitrag zur wichtigen Inszenierung von Recherchen im Dreischritt der historischen Markierungen „Katastrophe II. Weltkrieg“ – „Kalter Krieg“ – „Verfremdung der Verheerung“.

Mit Inés Burdow, Melanie Seeland, Thomas Hupfer Regie Paul Spittler Bühne Matthias Merkle Kostüme Antje Borchardt Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und Landkreis Oder-Spree

die Andere Welt Bühne ist seit 2017 das Theater in Strausberg. Die Entwicklung der Spielstätte in der leeren Betonhalle des ehemaligen Wasserwerks einer alten Bunkeranlage mitten im Wald wird durch den Umgang mit dem Raum selbst als auch mit ihren Stückentwicklungen geprägt. Seit 2018 wird das Theater gemeinsam von Melanie Seeland und Inés Burdow geleitet und die Compagnie erweiterte sich um weitere Künstler*innen.

„Die Theatermacher machen Theater ohne den Brechtschen V-Effekt: Keine Verfremdung, ganz direkt und unverstellt. Sie machen sich nackig, sie gehen ans Eingemachte, Persönliche. […] Das Strausberger Theaterkonzept ist keine Bühne zum Zurücklehnen und Amüsieren. Die Schauspieler behalten ihre Fragen nicht für sich, sondern geben sie an das Publikum weiter. […] Der anhaltende, begeisterte Premierenapplaus zeigt, dass die Botschaft angekommen ist.“

Jens Sell / Märkisch-Oder-Zeitung

Komplette Kritik zu der Inszenierung UNVERGESSEN im neuen deutschland.

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