Produktionen

Hommage an Christa Wolf

„Ich hab oft gesagt, dass es über unsere Zeit leider später mal keine Briefliteratur geben wird, weil kein Mensch mehr Briefe schreibt …“
schrieb Christa Wolf einst an Brigitte Reimann.

Die Lesung möchte an Christa Wolf erinnern, die jede Menge Briefe geschrieben hat. – Christa Wolf in Briefen an Schriftstellerkolleginnen und -kollegen, wie Anna Seghers, Brigitte Reimann, an den Schriftstellerverband u. a.
Briefe übers Schreiben, über Zweifel und Verzweiflung, Briefe, die Mut machen sollen, Briefe über den ganz normalen Alltag.
Wir möchten unser Publikum eintauchen lassen in die Zeit der kleinen und großen Widerstände, Nöte und Hoffnungen der Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahre in der DDR.

Es lesen: Inés Burdow und Melanie Seeland
21. Juli 2018, 19.30 Uhr, Lesung

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Foto (c) studiof3

 

Das Ziel ist im Weg

28. Juli 19.30 Uhr, Premiere

„Ihr wollt eine konservative Revolution? – Ihr könnt uns mal!“
Ein rasanter Theaterabend in der Auseinandersetzung mit Ernst Jüngers Waldgang; trashig, dreckig und in 10 Tagen auf die Bühne gebracht.

Die Damen sind im Wald gelandet: Beatrix und Helena wenden dort allein und gemeinsam die Fragen und Antworten der Jetztzeit hin und her und scheitern (vorläufig?) immer wieder an der unterkomplexen Betrachtung der komplexen Gemengelage. Klima, Migration, Kriege, Konzerndiktaturen … gequirlte Grütze.
Anarchistinnen beide, wenn auch aus unterschiedlichen Lagern und mit verschiedenen Visionen, suchen sie die notwendigen elementaren Begriffe (wieder) anzusiedeln: Freiheit, Selbstbestimmung, Widerstand. Der Anfang heißt: Ich baue mir ein Haus. Ganz einfach.
Finden diese beiden innerhalb dieses Abends den Ausweg aus dem Gewirr heraus, in den Wald hinein, einen Pfad in die richtige Richtung? Jedenfalls nehmen sie immer wieder Anlauf und: was soll’s, egal!
„Denn das Schöne bedeutet das mögliche Ende der Schrecken.“ Und das Lustige vielleicht auch!

Schauspiel: Inés Burdow, Melanie Seeland
Regie: Matthias Merkle
Eintritt: 10,- und ermäßig: 8,- Euro

Weitere Vorstellungen: 4. August 2018, 11. August 2018, jeweils 19.30 Uhr

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„Wer wir waren“, Roger Willemsen

„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“ (Roger Willemsen)
Eine Rede zur Gegenwart und zur Zukunft, über die Verantwortung jedes Einzelnen für sich selbst und für die Gemeinschaft.
Roger Willemsens letztes Buch sollte ›Wer wir waren‹ heißen. Es sollte die Versäumnisse der Gegenwart aus der Perspektive derjenigen erzählen, die nach uns leben werden. Dieses Buch werden wir nie lesen können. Umso stärker wirkt die Rede, die Roger Willemsen noch im Juli 2015 gehalten hat: Sie ist nicht nur das melancholische Resümee und die scharfe Analyse eines außergewöhnlichen Zeitgenossen, sondern zugleich das leidenschaftliche Plädoyer für eine ‚Abspaltung aus der Rasanz der Zeit‘. Sie ist ein Aufruf an die nächste Generation, sich nicht einverstanden zu erklären. Roger Willemsen hat diese Rede am 24. Juli 2015 gehalten. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Roger Willemsen, geboren 1955 in Bonn, gestorben 2016 in Wentorf bei Hamburg, arbeitete zunächst als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Wichtige Veröffentlichungen: Die Enden der Welt, Der Knacks, Momentum und Das Hohe Haus.

Die Rede eines großes Autors gelesen von Inés Burdow und Melanie Seeland

5. August 2018, 11.30 Uhr, Matinee

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PIKESLUST

Bodenproben – eine Chronik im Strausberger Gelände

Premiere: 06.10.2017   18.00 Uhr

Präsentation Audiowalk: 20.12.2017   15.00 Uhr

 

„Pikeslust“ – wo ist das denn? Nie gehört, aber klingt hübsch.

Pikeslust ist ein neuer Ort auf allerhand Karten, mit verschiedenen Ortungssystemen hantierend, erst jetzt eingezeichnet.

Wald mit Beton. Geologische und historische Schichtungen, Durchdringungen, Überlagerungen.
Ein Ort, im Kalten Krieg der Kommunikation gewidmet.
Ein Gelände, derzeit freizügig neuen Bestimmungen auf der Spur.
Der Boden, nach der letzten Eiszeit zum Barnim geschichtelt – so sieht’s hier jetzt eben aus.
Darauf Möbel und Kram installiert, darein Ideen und Hoffnungen projiziert, darin Ideologie und Technologie begraben.
Experten unterschiedlichster Provenienz, Fachleute und Ortskundige, nehmen uns mit ins Freie und vermitteln.

Zwischen den Schichten entdeckt: Frau Pikes Heft. Mitteilungen, Gedanken, Überlegungen einer klugen Unscheinbaren, die Bescheid sagt, nicht um sich selbst zu präsentieren. Die ihre eigene Unvergänglichkeit nicht ihrer Person, sondern der immer schon verfügbaren Radikalität des Denkens überschreibt. Die einen unverkäuflichen Weg von Kunst und Bedeutung sucht, höchstpersönlich.
Das Heft ist gefunden, und Frau Pike erscheint. Muntere Variation der einfachsten und der schwierigsten Frage der Zeit: wo bin ich in dem Ganzen, habe ich eine Bedeutung, welche, wie bringe ich die auf die Straße oder auf’s Tapet, wie mache ich einen Unterschied, wo bleibe ich in der Ewigkeit.
Wenn das geklärt wäre, ist der Rest ein Kinderspiel. Klimawandel, Völkerwanderung, Wohlstandsverteilung, Religionskriege – wird dann schon hinzukriegen sein.

Veritabler Theaterabend in der Vermischung von Dokument und Utopie: schön und begreifbar.
Ein Einstand für ein neues Theaterhaus, eine neue Compagnie, einen neuen künstlerischen Aufbruch genau hier, genau an diesem Ort: in Pikeslust.

 

Pikeslust ist hier:
Wasserwerk-Theater
c/o „Arbeitstitel Andere Welt“, Garzauer Str. 20, 15344 Strausberg

Regie: Rico Wagner; Autorin: Frau Pike; Ausstattung: Laura Burkhardt; Bildhauerei: Jens Reutermann; Musik: Daniel Dorsch, Jonas Albani; Video: Ferdinand Schwarz; Licht: Arndt Sellentin; Schauspiel: Inés Burdow, Melanie Seeland; mit: Martin Kaule, Mirko Kirsch, Kai Meinhardt, Emmanuel Tagi Encho, Natanael Tekle, Mica Bara, Léon Schröder, Lisann Behm

Wir bedanken uns herzlich bei der Waldwirtschafterei GmbH, Midria e.V., Matthias Merkle, Antje Borchardt, Lilly Albishausen, Philipp Hohenwarter und allen Beteiligten zur Erforschung des Geländes für ihre tatkräftige Unterstützung.

 

Premiere ist am 6. Oktober 2017 um 18.00 Uhr

und dann wieder am:

7. Oktober 2017 um 19.00 Uhr,
13. Oktober 2017 um 18.00 Uhr,
15. Oktober 2017 um 16.00 Uhr,
21. Oktober 2017 um 19.00 Uhr,
22. Oktober 2017 um 16.00 Uhr.

Um die Inhalte unserer Forschung auch weiterhin erfahrbar zu machen, entwickeln wir einen Audiowalk. Die Präsentation des Audiowalks findet am 20.12.2017 um 15.00 Uhr statt. Weitere Termine folgen im neuen Jahr.

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Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Fonds Soziokultur e.V..

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UN_GLEICH

Produktion: Sommer 2017; Premiere: 09.12.2017   19.00 Uhr  Schloss Trebnitz

Konzeptioneller Fixpunkt unseres Projekts ist – angesichts der offenkundigen politischen Brisanz und des Anspruchs, mit künstlerischen Mitteln einen Beitrag zur Debatte zu leisten – der Begriff der Ungleichheit. Der Eindruck von Anders-Sein, Fremd-Sein wird auf allen Seiten als bedeutsam erlebt, diskutiert, bewertet; im Begriff der „Ungleichheit“ nehmen wir hier die konzeptionelle und ausdrucksstarke Zuspitzung an.

Alle Menschen sind gleich.
Genauso gut könnte man aber auch sagen: Alle Menschen sind ungleich.
Aus Unterschieden speisen sich unsere Individualität, unser persönliches Selbstverständnis, unsere Ambitionen, unser Treiben und Tun, das Fortschreiten der Menschheit.

Es gibt aber Ungleichheiten und Ungleichheiten: die gegebenen – unsere Haarfarbe, unsere Körpergröße, unser Geburtsort oder unsere Sprache – und die „produzierten“, die weit mehr Bedeutung für unsere verschieden verlaufenden Lebenswege haben: unterschiedliche Chancen, unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten, unterschiedlicher Zugang zu Wissen und Bildung. Diese Ungleichheiten werden vor allem von der marktwirtschaftlichen Ausrichtung der globalen Ökonomie hervorgebracht, die diese Ungleichheiten braucht, herstellt und manifestiert.

Welche Ungleichheiten sind produktiv und kreativ nutzbar (und sowieso unvermeidlich), welche sind schlicht ungerecht und abzuschaffen?
Welche Ungleichheiten müssen wir akzeptieren?
Welche Ungleichheiten produzieren geschlossene gesellschaftliche Gruppen, die in Wirklichkeit keine sind oder keine Bedeutung haben?
Woher kommen einzelne Ungleichheiten?
Was ist gut/schlecht an Ungleichheiten?

In einem dreiteiligen Programm entwickeln wir einen Kurzfilm zum Thema „Ungleichheiten“.
Aus (Alltags-)Erfahrungen von geflüchteten jungen Erwachsenen werden pointierte Filmszenen entwickelt, konzeptionell verdichtet und als Kurzfilm produziert, der die Frage von Fremd-Sein, Anders-Sein, Nicht-gleich-Sein politisch wirksam, zugleich komisch-unterhaltsam debattiert.

In Kooperation mit der Druck gefördert durch den

Presse