Produktionen

HEIßE KUFEN, KALTER KRIEG
Schauspiel
Teil 2 der Projektreihe DIE SUCHE NACH DEM GEGLÜCKTEN UNVERGESSEN
Am 25.12.2021 feiert unsere neueste Eigenproduktion Premiere.
Ein Diskursschwank über den Kalten Krieg, Spione in Ost und West und über Ortrun Enderlein. Aus der Feder von Matthias Merkle (Pikeslust, Das Ziel ist im Weg, Wie wenn nicht warum?) geht es gewohnt lustig und relevant zur Sache.
Auf der Bühne: Cynthia Buchheim, Ines Burdow, Melanie Seeland
Inszenierung: Paul Spittler

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DIE SUCHE NACH DEM GEGLÜCKTEN UNVERGESSEN

Teil 1 UNVERGESSEN

Wiederaufnahme

08. Oktober / 09. Oktober / 16. Oktober / 06. November / 19. November 2021 – jeweils 19.30 Uhr

Die Projektreihe DIE SUCHE NACH DEM GEGLÜCKTEN UNVERGESSEN aktiviert Zeitzeug*innen, integriert Geflüchtete, Berichtende und Wissen-Wollende und formuliert mit den Mitteln der individuellen Recherche und des künstlerischen Ausdrucks ein „Unvergessen“ das mit Blick auf Gegenwart und Zukunft neue zwischenmenschliche, gesellschaftliche, politische Perspektiven eröffnet.

Der erste Teil UNVERGESSEN widmet sich dem Umgang mit Erinnerung. Drei Schauspieler*innen setzen sich auf der Bühne mit ihren eigenen – ganz persönlichen – Erinnerungen auseinander: an die Uroma im Widerstand, den Opa in Kriegsgefangenschaft, dem Nazi-Täter. Auf der Suche nach der wirklichen Geschichte unter dem familiären Schweigen, geht es um das Erinnern, darum, was an Erinnerung wach gehalten und was verschwiegen wird, was die Verwandten waren und taten. Und was macht das mit uns, den Enkel- und Urenkel*innen, heute? Erinnerungen müssen stets und immer lebendig gehalten werden, es geht um das Erzählen und Weitergeben, um ein Vergessen zu verhindern und darum, das Heute entsprechend zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Wir haben die Wahl!

Die aktuell ersichtlichen Bedrohungen der freiheitlichen Gesellschaft werden allerorten analysiert und diskutiert. Mit dieser dreiteiligen Produktion entsteht ein bedeutsamer Beitrag zur wichtigen Inszenierung von Recherchen im Dreischritt der historischen Markierungen „Katastrophe II. Weltkrieg“ – „Kalter Krieg“ – „Verfremdung der Verheerung“.

Mit Inés Burdow, Melanie Seeland, Thomas Hupfer Regie Paul Spittler Bühne Matthias Merkle Kostüme Antje Borchardt Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und Landkreis Oder-Spree

die Andere Welt Bühne ist seit 2017 das Theater in Strausberg. Die Entwicklung der Spielstätte in der leeren Betonhalle des ehemaligen Wasserwerks einer alten Bunkeranlage mitten im Wald wird durch den Umgang mit dem Raum selbst als auch mit ihren Stückentwicklungen geprägt. Seit 2018 wird das Theater gemeinsam von Melanie Seeland und Inés Burdow geleitet und die Compagnie erweiterte sich um weitere Künstler*innen.

„Die Theatermacher machen Theater ohne den Brechtschen V-Effekt: Keine Verfremdung, ganz direkt und unverstellt. Sie machen sich nackig, sie gehen ans Eingemachte, Persönliche. […] Das Strausberger Theaterkonzept ist keine Bühne zum Zurücklehnen und Amüsieren. Die Schauspieler behalten ihre Fragen nicht für sich, sondern geben sie an das Publikum weiter. […] Der anhaltende, begeisterte Premierenapplaus zeigt, dass die Botschaft angekommen ist.“

Jens Sell / Märkisch-Oder-Zeitung

Komplette Kritik zu der Inszenierung UNVERGESSEN im neuen deutschland.

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Foto: Marc Bluhm
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STERNTALER, Kindertheater von flunker.produktionen – 7.11.2021, 15.00 Uhr
„Da steht ein Mädchen in meinem Wald!“ sagt das Reh und traut seinen Augen kaum. Dieses Mädchen ist ganz allein. Es hat Hunger und friert und weiß gar nicht mehr wohin. Und dann verschenkt es seine allerletzten Sachen! Das Stückchen Brot und alle Kleider. „Oh je, oh Hilfe“ denkt das Reh. Und dann geschieht ein Wunder! „Ach, das Glück“ sagt das Reh.
flunker.produktionen interpretieren das Grimmsche Märchen auf eine neue und eigenwillige Weise. In einer Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel schlüpft die Spielerin in die Rolle eines Rehs, das gemeinsam mit den Zuschauern gespannt und irritiert dem Weg des Mädchens folgt.
Dauer: etwa 45 Minuten; für Kinder ab 5 Jahren

Sonst noch Wünsche?, Kindertheater von flunker.produktionen – 5.12.2021, 15.00 Uhr
Zwei Halunken versuchen das Unmögliche.

Ein freches und lustvolles Spiel um Sehnsüchte und Wünsche. Mitunter gemeinsam mit dem Publikum. Für Menschen ab 5 Jahren.

Willkommen im Land der Wünsche!
Hier kann man auf Tigern reiten und zweiundzwanzig zahme Pferde sein eigen nennen, iegen wie ein Pelikan mit weiten Schwingen übers Meer. Hier kann man stark sein wie ein Löwe und groß oder klein oder reich oder schön.
Zwei herrlich zwielichtige Halunken erfüllen sich ihren größter Wunsch: Wunscherfüller*in sein. Sie springen über alle Schatten und lassen die Zuschauenden ins Vergnügen stürzen: mitten hinein ins Glitzer und Gloria. Eine heile Welt aus ober ächlichem Glück zieht vorbei, lässt Abgründe aufblitzen und macht den Weg frei für die eigentlichen Wunschräume, eben die inneren, die, in denen die Zuschauer*innen sich selber wieder nden – dort im Zwischenreich von Realität und Fantasie.

Die flunker produktionen sind ein freies mobiles Theater mit Sitz mitten auf dem Land. Sie spielen mit Puppen, Klängen, Worten und sich selbst und erschaffen ein bildreiches, lustvolles und berührendes Theater für Kinder und Erwachsene.
http://www.flunkerproduktionen.de

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Lesung, Matinee 21.11.2021, 11.30 Uhr
„sweetheart, es ist alle tage sturm“, lyonel feininger, briefe an julia
Buchvorstellung/Kanon Verlag Berlin, Hgg. von Ines Burdow und Andreas Hüneke
Die Kunst zu lieben und die Liebe zur Kunst
Lyonel Reinigers Briefe an seine Frau Julia – erstmals veröffentlicht.
„Girlie mine – lass mich´s nicht zu laut sagen, aber: Ich male wieder!“ Der Briefwechsel zwischen Lyonel Feininger und seiner Frau Julia erzählt eine schicksalshafte Liebesgeschichte und ist ein Zeugnis vom Arbeiten und Leben eines der bedeutendsten Künstler der Klassischen Moderne. Zu seinem 150. Geburtstag am 17. Juli 2021 hat Ines Burdow eine umfangreiche Auswahl großteils erstmals veröffentlichter Briefe Feiningers zusammengestellt. Darin sind alle Bauhausstationen und seine Aufenthalte in Paris und New York ebenso dokumentiert wie Begegnungen mit Walter Gropius, Alma Mahler- Werfel, Alfred Rubin u.v. a.
„`Sweetheart, es ist alle Tage Sturm`. Lyonel Feininger – Briefe an Julia (1905 – 1935)“ erscheint am 7. Juli 2021 mit einem Vorwort des Kunsthistorikers und Feininger- Kenners Andreas Hüneke sowie zahlreichen Abbildungen, Zeittafel, Register und Kommentaren im Kanon Verlag.
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Ein Abend mit Emöke Pöstenyi

Moderation: Bastienne Voss

Sie war der Star des DDR-Fernsehballetts. Die langbeinige Schönheit aus Ungarn war zunächst Solistin, später Chefchoreografin und Chefin des Ensembles, das sie über Jahrzehnte leitete und über die Wende rettete. Ausser für das Fernsehballett choreografierte sie für den Friedrichstadtpalast, die Komische Oper, die Staatsoper unter den Linden, die Semperoper und das Metropoltheater.

Pöstenyi, die mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase verheiratet ist, wird unter anderem den Film „Verbeuge Dich und lächle“ von Wilma Pradetto präsentieren, und anschließend für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen.

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Foto: Marc Bluhm

Uraufführung
»Adam und die Deutschen (Die Mühle)«
Ein Traumspiel von Tine Rahel Völcker

Premiere: 30.7.2021, 19.30 Uhr

TEREZA: Meine Wohnung ist meine Erinnerung.
ADAM: Tak. Und ich darf darin hausen bis ich schlecht werde.

Tereza wohnt mit ihrem erwachsenen Sohn Adam in einer Wohnung in der polnischen Stadt Z. nahe der deutschen Grenze. Hier erholen sich deutsche Kurgäste, während die polnische Jüdin Tereza, deren Familie Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg durch die Nationalsozialist*innen erfuhr, ruhelos im Gedankenhaus ihrer Erinnerungen wandelt. Adam liest in den hiesigen Kneipen betrunkene deutsche Tourist*innen auf – zunächst Henriette und später Rudi. Adam nimmt sie unter den wachen Augen seiner, der Deutschen müden Mutter zu sich nach Hause; teilt Bett und Bigos mit ihnen. Doch sowohl Henriette als auch Rudi haben eine Mission: Sie will die Rolle ihres Vaters im Zweiten Weltkrieg recherchieren und er Geflüchteten an der ungarischen Grenze helfen. Adam ist lediglich ein Zwischenstopp; doch dieser will und fordert mehr.
»Adam und die Deutschen (Die Mühle)« von Tine Rahel Völcker ist eine Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Vergangenheit und Gegenwart. Angesichts der geografischen Lage Strausbergs ein höchst spannender Stoff für die Andere Welt Bühne, die Völckers Stück uraufführt. Ihr Text hinterfragt die Konzepte nationaler wie gesellschaftlicher Identitätskonstruktionen und stellt die Auflösung ebenjener tradierten Grenzen zur Disposition. Er porträtiert Figuren verschiedenster Generationen, die sich wie Mühlräder um sich selbst drehen. Unfähig voranzukommen und auszubrechen, verhaften sie verkatert im rauschhaften Zustand des Traumes, in der eigenen Biographie.
»Tine Rahel Völcker ist Autorin von Theaterstücken, Hörspielen und Prosa. Ihre Arbeiten thematisieren häufig die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen und suchen Wege über Gewalt zu sprechen, ohne sie zu reproduzieren. Sie arbeitet gern kollaborativ und ist in queerfeministischen Projekten tätig. Theaterstücke von ihr wurden u.a. am Wiener Schauspielhaus (Die Eisvögel), in Weimar (Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäumen), am Maxim Gorki Theater Berlin (Madame Bovary), am Düsseldorfer Schauspielhaus (Kein Science Fiction und Eine Orestie) und zuletzt, in eigener Regie, am Berliner Ballhaus Ost (Frauen der Unterwelt) aufgeführt. 2020 erschien ihr Prosadebüt Chantal Akermans Verschwinden. Les Rendez-vous de Tarnów.« (ruakooperative.de)

Gefördert vom Fond Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR

Mit: Inés Burdow, Chris Eckert, Thomas Schimanski und Melanie Seeland | Inszenierung: Paul Spittler | Bühne: Matthias Merkle | Kostüme: Sophie Leypold | Musik & Sounddesign: Jonas Albani | Dramaturgie: Juliane Logsch | Licht: Paul Klinder

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ROBOSAPIENS
nach R.U.R von Karel Čapek (1920) 

Premiere: 12.6.2021, 19.30 Uhr

Was unterscheidet Mensch von Maschine. Gibt es einen Zustand, in dem sie nicht mehr voneinander differenzierbar sind? In dem Maschinen Ethik eingeräumt werden muss, weil sie autonom denken, entscheiden und gar empfinden können?

Der Stückentwicklung ROBOSAPIENS der Anderen Welt Bühne liegt der Theatertext R.U.R. des tschechischen Autors Karel Čapeks aus dem Jahr 1920 zugrunde, in dem erstmals der Begriff Roboter synonymisch für den Maschinenmenschen auftaucht. Hier werden in einer Fabrik künstliche Menschen produziert, damit die Menschheit weniger respektive in naher Zukunft überhaupt nicht mehr arbeiten muss. Die Ingenieure des Unternehmens Rossum’s Universal Robots erachten das Phantasma des Homō faber als obsolet. Die neu erworbene Freizeit verspricht mehr Muße für Genuss und die schönen Dinge des Lebens; die gesteigerte Nachfrage und Massenproduktion erbringen den notwendigen Profit. Doch ein Konstruktionsfehler führt zu fatalen Konsequenzen. Die schöne neue Welt beginnt zu schwanken. 

Vier SchauspielerInnen arbeiten sich auf der Bühne durch den Čapek’schen Stoff, welcher mit eigenen sowie Texten aus Popkultur und Wissenschaft collagiert wird. Sie untersuchen die Komplexität und Ambivalenzen einer zunehmend technologisierten Lebensrealität. Ein Prozess, der nicht zuletzt im Zuge der Pandemie unseren Alltag signifikant prägt und in der Zukunft sukzessive dominieren wird. Welchen Stellenwert haben der (analoge) Mensch und das (analoge) Theater hier noch? Wie elevant ist im digitalen Szenario der eine wie das andere?
Dystopie versus Utopie. Seele versus Algorithmus. Unsinn versus Effizienz.
Riskieren wir auch einen Blick dazwischen.


Es spielen: Cynthia Buchheim, Ines Burdow, Chris Eckert und Melanie Seeland Regie: Jens Bluhm | Bühnenfassung: Jens Bluhm und Juliane Logsch | Bühne: Matthias Merkle | Kostüm: Nadine Baske | Musik: Matthias Waldthaler | Dramaturgie: Juliane Logsch | Licht: Paul Klinder | Ton: Jonas Albani

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